Advent ist im Dezember – zumindest der größte Teil davon. Denn dieses Jahr beginnt der Advent schon Ende November. Wir könnten auch sagen: Es beginnt die Zeit der Ankunft. Denn Ankunft heißt auf lateinisch adventus.
Jesus wurde geboren, er ist in der Welt angekommen. Diese Geburt wird jedes Jahr an Weihnachten gefeiert. Und weil wir uns als christliche Gemeinden auf dieses Fest ganz besonders freuen, sind auch die Wochen davor, der Advent, schon eine besondere Zeit. Diese Zeit ist an einem Adventskranz ganz konkret zu sehen und zu verfolgen. Aber wie wurde der erste Adventskranz erfunden? Hier eine kurze Geschichte dazu:
Der Wind pfeift kalt durch die Straßen der deutschen Stadt Hamburg. Es ist Ende November des Jahres 1839. Wie jeden Abend sucht der evangelische Pastor Johann Hinrich Wichern nach Kindern, die kein Zuhause haben, auf den Straßen betteln oder als Diebe leben müssen. Er will ihnen helfen. Vor einiger Zeit hat er ein Waisenhaus gegründet. Hier können diese armen Kinder wohnen, essen, schlafen und einen Beruf erlernen.
An diesem Abend er, wie er mit den Kindern die Adventszeit im Waisenhaus feiern kann. Als er hinter
einem gefrorenen Fenster eine Kerze leuchten sieht, hat er eine Idee: „Wie wäre es wenn wir jeden Abend im Advent eine Andacht feiern würden? Ich erzähle den Kindern aus der Bibel, wir singen gemeinsam Lieder und zünden bei jeder Feier eine neue Kerze an!“
Und so baute der Pastor aus einem Wagenrad von zwei Metern Durchmesser einen Holzkranz. Darauf stellte er vier große weiße Kerzen für die Adventssonntage und dazwischen neunzehn rote Kerzen für jeden Wochentag vom ersten Advent an bis zum Heiligen Abend.
Am ersten Advent ließ er schließlich das Rad von der Decke in den Raum herab hängen. Er versammelte sich mit den Kindern und Abend für Abend leuchtete der Kranz heller. Am ersten Tag zünden sie eine Kerze an, am nächsten Tag folgte die zweite, am Tag drauf die dritte… „Je mehr Lichter brennen, desto froher werden die Knaben und Mädchen“, schrieb er. „Und brennt der volle Kranz mit allen Lichtern, dann ist er da, der heilige Christ in all seiner Herrlichkeit.“
Und so war es auch: Am Weihnachtsfest strahlt der Kranz wie ein großer Stern. Die Kinder hatten eine solche Freude an den gemeinsamen Feiern und dem Lichterkranz, dass sie den Holzkranz mit frischem Tannengrün schmückten.
Pastor Wicherns Idee sprach sich schnell herum. Von den ursprünglich 23 Kerzen haben sich aber nur die vier großen für die Sonntage erhalten. Es dauerte nicht lange, da entzündeten viele Familien in der Adventszeit die Kerzen auf einem Lichterkranz. Heute hat sich dieser Brauch in vielen Ländern verbreitet, vielleicht auch bei Ihnen zuhause oder in Ihrer Gemeinde.
Was will uns der Adventskranz sagen?
Der Kranz gilt in vielen Kulturen als Zeichen des Sieges. Auch der Grabkranz bedeutet den Sieg Jesu Christi über die Macht des Todes. Der Adventskranz bringt dieses Siegeszeichen in unsere Häuser. Noch dazu: Der Kranz ist rund, hat kein Ende – so wie die Liebe Gottes zu uns. Auch sie hat kein Ende.
Das Grün der Tannenzweige ist ein Zeichen der Hoffnung und symbolisiert auch das Leben. So sind die immer grünen Tannenzweige ein Zeichen der Hoffnung auf das ewige Leben, das wir in Jesus Christus geschenkt bekommen.
Mit dem Kranz kommen auch die Kerzen und Lichter. Sie erinnern uns an Jesus, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)
Die Farbe Rot steht für die Liebe, besonders für die Liebe Gottes, die ER uns in Jesus Christus schenkt.
Das Licht einer Kerze ist im Advent erwacht.
Eine kleine Kerze leuchtet durch die Nacht.
Alle Menschen warten hier und überall,
warten voller Hoffnung auf das Kind im Stall.
Wir zünden zwei Kerzen jetzt am Adventskranz an.
Und die beiden Kerzen sagen´s allen dann:
Lasst uns alle hoffen hier und überall,
hoffen voll Vertrauen auf das Kind im Stall.
Es leuchten drei Kerzen so hell mit ihrem Licht.
Gott hält sein Versprechen: Er vergisst uns nicht.
Lasst uns ihm vertrauen hier und überall.
Zeichen seiner Liebe ist das Kind im Stall.
Vier Kerzen hell strahlen durch alle Dunkelheit.
Gott schenkt uns den Frieden. Macht euch jetzt bereit:
Gott ist immer bei uns hier und überall.
Darum lasst uns loben unsern Herrn im Stall!
(Gedicht von Rolf Krenzer)